Über das Projekt
Die innovative Idee des Projektes „ECO“ besteht in der Kombination der Aufbereitung von Industrieabwässern mit der Abtrennung von CO2 aus industriellen Abgasen.
Dazu wird die Bildung von Gashydraten mit dem Einsatz von Adsorptionsmitteln aus nachwachsenden Rohstoffen kombiniert, um in einem einzigen Schritt sowohl Schadstoffe wie Schwermetalle aus Industrieabwässern wie auch gleichzeitig das Treibhausgas CO2 aus industriellen Abgasen zu entfernen.
Gashydrate sind eisähnliche, kristalline Feststoffe, die aus Gasmolekülen (wie z. B. CO2) und Wassermolekülen aufgebaut sind, wobei die Wassermoleküle über Wasserstoff-brückenbindungen ein dreidimensionales Netzwerk aus definierten Käfigen bilden. Die Käfige werden durch den Einschluss von Gasmolekülen stabilisiert. Gashydrate bilden sich unter erhöhten Drücken und bei niedrigen Temperaturen sofern ausreichende Mengen an Gas und Wasser vorhanden sind. Wird für die Gashydratbildung anstelle reinen Wassers ein mit Schwermetall- und Salzionen verunreinigtes Industrieabwasser genutzt, reichern sich Salz- und Schwermetallionen in dieser flüssigen Phase an, da an der Bildung der festen Gashydrate in erster Linie nur Wasser- und Gasmoleküle beteiligt sind.
Gashydrate eignen sich aber nicht nur für die Aufbereitung von Abwässern, sondern auch für die Reinigung von Gasen, da in die Gashydratstruktur bestimmte Gasmoleküle bevorzugt eingebaut werden. Bei einem Gasgemisch, welches Kohlenstoffdioxid (CO2) neben Stickstoff enthält, reichert sich CO2 in der Gashydratstruktur an, während die Gasphase an CO2 verarmt.
Der Einsatz von Adsorptionsmitteln aus nachwachsenden Rohstoffen erfüllt hier zwei Funktionen:
(1) Zum einen bindet das Adsorptionsmittel eine Vielzahl an Verunreinigungen aus der konzentrierten, stark schadstoffbelasteten flüssigen Phase, die nach Abtrennung der Gashydrate übrigbleibt, wobei sich das Adsorptionsmittel anschließend leicht von der flüssigen Phase abtrennen lässt.
(2) Zum anderen erwarten wir, dass das Adsorptionsmittel mit hoher Wahrscheinlichkeit die Bildung der Gashydrate begünstigt, sodass die Gashydratbildung bei geringerem Druck oder höheren Temperaturen und somit ökonomischer als in bisherigen Verfahren durchgeführt werden kann.
Das Verbundprojekt wird am GFZ (Koordinator) und an der Universität Potsdam durchgeführt.